Kaffee Vertrieb

Kaffee Vertrieb

 

Mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 150 Litern Kaffee pro Bundesbürger ist Kaffee das absolute Lieblingsgetränk der Deutschen und steht damit deutlich vor Mineralwasser mit 131 Litern und Bier mit 121 Litern.

Hinzu kommt, dass Kaffee zusammen mit Tee zu den Getränken gehört, die laut Umfragen jeden Tag getrunken werden, während nur 26 Prozent täglich zu Milch und Milchmixgetränken und nur 24 Prozent täglich zu Fruchtsäften und Fruchtsaftschorlen greifen. Angesichts dieser Zahlen scheint es so, als müsse sich der Kaffee Vertrieb keine großen Sorgen machen.

 

Der Kaffee Vertrieb:

 

In der deutschen Kaffeewirtschaft herrscht ein sogenanntes Ogliopol.

Das bedeutet, dass dieser Industriezweig von sechs Anbietern dominiert wird, die zusammen 85 Prozent des Marktes ausmachen. Die großen Kaffeeröstereien sind dabei alle im Großraum Hamburg angesiedelt.

Dies begründet sich in erster Linie damit, dass der Hamburger Hafen der weltweit größte Umschlagplatz für Rohkaffee ist und Deutschland neben den USA, Japan, Italien und Frankreich zu den größten Abnehmern von Rohkaffee gehört. Aber Kaffee ist nicht nur bei den Verbrauchern sehr beliebt, auch der Staat profitiert vom Kaffeekonsum.

Auf Kaffee und kaffeehaltige Produkte werden nämlich gleich zwei Steuern erhoben, zum einen die Kaffeesteuer, die als Verbrauchssteuer pro Kilo Kaffee fällig wird, und zum anderen die Mehrwertsteuer in Abhängigkeit zum Verkaufspreis. 

 

Anleitung für den Kaffee Vertrieb

 

Der Kaffeevertrieb ist größtenteils über den stationären Handel organisiert. So wird Kaffee über eigene Ladengeschäfte oder den Groß- und den Einzelhandel als Vollsortimenter oder als Fachgeschäft vertrieben. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Einzelhandel ist dabei auch das Konzept des Shop-in-Shop weit verbreitet.

Außerdem erfolgt der Vertrieb natürlich über die Gastronomie, als indirekte Vertriebsform kommt zudem ein Franchisesystem in Frage. Allerdings hat sich das Kauf- und Nutzungsverhalten der Kunden in den letzten Jahren geändert. So sind Kunden heute nicht nur wesentlich besser informiert, sondern stellen auch veränderte Anforderungen an den Kaffeevertrieb.

Häufig reichen der Name und der Preis als Alleinstellungsmerkmal nicht mehr aus, sondern Kunden legen Wert auf beispielsweise faire Handelsbedingungen oder umweltverträgliche Anbauweisen und Transportwege. Insbesondere für einen Kaffeevertrieb, der besondere Kaffeespezialitäten anbietet, ist daher auch das Internet zu einem wichtigen Vertriebskanal geworden.

Hier können sich Kunden rund um die Uhr und unabhängig vom Ort über das Kaffeeangebot informieren und entsprechende Bestellungen tätigen. Eine weiterer bedeutender Punkt im Zusammenhang mit der Strategie für den Kaffeevertrieb ist das Zusatzangebot. So beschränken sich viele Anbieter nicht mehr nur rein auf den Vertrieb von Kaffee, sondern bieten weitere Leistungen an. Hierzu können einerseits materielle Gegenstände wie Kaffeemaschinen, Geschirr oder andere Produkte gehören, die aus Kaffee- und aus Kakaobohnen hergestellt werden.

Andererseits können aber auch Serviceleistungen angeboten werden, beispielsweise eine Anleitung oder ein richtiger Workshop, wie die einzelnen Kaffeesorten richtig zubereitet werden. Ansonsten gilt auch für den Kaffeevertrieb, dass er nicht nur Kunden gewinnen, sondern bestehende Kunden an das Unternehmen muss, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

Hierbei kommen die typischen Kundenbindungsinstrumente zum Einsatz, beispielsweise Rabatt- und Bonusprogramme, Prämien oder auch Kundenklubmitgliedschaften, Kundenzeitschriften und Kundenkarten. 

 

Strategie und Konzept für den Kaffee Vertrieb

 

In Deutschland wird Kaffee schon seit über 300 Jahren getrunken, aber vor allem in den letzten zehn Jahren hat sich der Markt deutlich verändert. Bis dahin wurde nahezu ausschließlich Filterkaffee getrunken, Variationen gab es nur, indem Zucker, Milch oder beides hinzugefügt wurden.

 

Mittlerweile gibt es Vielzahl unterschiedlicher Trends und Entwicklungen, die zum einen den Wettbewerb verschärfen, zum anderen aber auch neue Potenziale bieten:

 

  • Während es früher Filterkaffee und in der Gastronomie bestenfalls noch Milchkaffee gab, haben sich mittlerweile zahlreiche Kaffeespezialitäten wie Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato etabliert. Durch Zusätze in unzähligen Geschmacksrichtungen kann der Kaffee zudem nach den individuellen Vorlieben verfeinert werden.
  • Früher gab es in Haushalten meist einfache Kaffeemaschinen, die Filterkaffee kochten. Infolge der veränderten Lebenssituationen und der Konsumgewohnheiten sind heute zwei Trends zu beobachten. Zum einen erfreuen sich Pad- und Kapselmaschinen großer Beliebtheit, also jene Kaffeemaschinen, die auf Knopfdruck portionsweise unterschiedliche Kaffeespezialitäten zubereiten. Zum anderen haben auch solche Maschinen die Privathaushalte erobert, die aus dem Gastronomiebereich stammen. Hierzu gehören beispielsweise Kaffeevollautomaten und Siebträgermaschinen.
  • Es ist noch nicht lange her, als zertifizierte und fair gehandelte Kaffees Nischenprodukte waren und Bio-Kaffees belächelt wurden. Mittlerweile sind solche Produkte überall erhältlich, im Feinkostenladen und im Fachgeschäft genauso wie beim Discounter.
  • Kaffee wurde lange Zeit zu Hause oder in der Gastronomie getrunken. Im Zuge einer schnellen und modernen Gesellschaft, in der oft Zeit fehlt und Stress den Alltag bestimmt, haben sich Kaffeespezialitäten zum Mitnehmen etabliert. So ist es heute kein seltenes Bild mehr, jemandem mit einem mit Kaffee gefüllten Papp- oder Plastikbecher in der Fußgängerzone zu begegnen.

 

Insofern gilt für den Kaffee Vertrieb, wie für alle anderen Branchen auch, dass letztlich derjenige am erfolgreichsten sein wird, der die Bedürfnisse seiner Kunden erkennt und schneller als die Wettbewerber umsetzen kann.

 

Weiterführende Vertriebsprozesse und Vertriebsstrategien:

  • Strategischer Vertrieb
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  • Thema: Kaffee Vertrieb

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