8 Faktoren bei der Entscheidung für einen Geschäftspartner

8 Faktoren bei der Entscheidung für einen Geschäftspartner

Wer vor der Gründung eines Unternehmens steht, muss für sich entscheiden, ob er alleine durchstarten will oder ob er von Anfang an auf einen Partner setzt. Doch auch wenn ein Unternehmen schon besteht, stellt sich mitunter die Frage, ob das Unternehmen alleine weitermachen oder sich besser einen Partner ins Boot holen sollte.

8 Faktoren bei der Entscheidung für einen Geschäftspartner

Beide Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile. Mit einem Geschäftspartner an seiner Seite kann das Unternehmen einen neuen Schub bekommen. Beide Partner können sich gegenseitig unterstützen und entlasten. Im besten Fall ergänzen sie sich in ihren Stärken und Schwächen.

Aber ein Geschäftspartner kann die Situation auch komplizierter machen oder bei neuen Ideen und weiteren Entwicklungsschritten auf die Bremse treten. Absprachen und Kompromisse werden notwendig, Entscheidungen können sich in die Länge ziehen.

Natürlich kann es keine pauschalen Empfehlungen geben. Dazu sind Unternehmen und Unternehmer viel zu verschieden. Aber es gibt Anhaltspunkte, die Orientierung bieten.

Wir nennen acht wichtige Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen einen Geschäftspartner:

  1. Unterstützung

In welchen Bereichen brauchen wir Hilfe? Wo kommen wir alleine nicht weiter? Was sind unsere Schwächen? Welche Erwartungen haben wir an einen Geschäftspartner? Solche Fragen müssen geklärt sein, bevor die Suche nach einem Partner beginnt. Denn das Unternehmen kann nicht den perfekten Partner finden, wenn es nicht weiß, wonach es überhaupt sucht.

Am Ende geht es darum, dass der Partner dort Unterstützung bietet, wo das Unternehmen Lücken hat. Doch dazu muss das Unternehmen zum einen die eigenen Schwachstellen ausmachen.

Zum anderen muss es gegenüber potenziellen Partnern klar kommunizieren, wie die Unterstützung aussehen soll. Gleichzeitig muss sich das Unternehmen aber darüber im Klaren sein, dass kein Geschäftspartner die ganze Arbeit machen und sämtliche Probleme alleine lösen wird. Unterstützung heißt, dass sich beide Seiten einbringen und gemeinsam an einem Strang ziehen.

  1. Ergänzung

Jeder ist als Unternehmer und als Mensch einzigartig. Er hat seine Ansichten, seine Denkweisen, seine Ideen und seine Arbeitsmethoden. Ein Partner sollte den Unternehmer möglichst ergänzen.

Zu harte Gegensätze werden eine Zusammenarbeit auf Dauer vermutlich zu schwierig machen. Doch wenn beide Partner sehr ähnlich ticken, wird es auch nicht unbedingt vorangehen. Optimal ist deshalb ein Mittelweg.

Neigt der Unternehmer zum Beispiel zu spontanen Entscheidungen, profitiert er von einem Partner, der Ideen konstruktiv in Frage stellt und besonnen die Chancen und die Risiken abwägt.

  1. Mehrwert

Bei einem Geschäftspartner geht es nicht nur darum, jemanden zu haben, der das Risiko mit trägt und bestimmte Aufgaben übernimmt oder für einzelne Bereiche zuständig ist. Das kann auch ein normaler Mitarbeiter leisten.

Entscheidend ist, dass der Geschäftspartner einen Mehrwert für das Unternehmen hat. Dieser Mehrwert kann in der Erfahrung, dem Netzwerk oder der finanziellen Leistungsfähigkeit des Geschäftspartners liegen.

Hat der Geschäftspartner zum Beispiel das notwendige Know-how, um die Marke bekannt zu machen, oder bringt er eine Reihe von Vertriebskanälen mit, die sich das Unternehmen sonst mühsam erschließen müsste, profitiert das Unternehmen von einem echten Mehrwert.

  1. Ausgleich

Gründer, aber auch erfahrene Unternehmer sind nicht in allen Bereichen gleichermaßen stark. Hilfreich kann deshalb ein Partner sein, der die Schwächen ausgleicht und sich dort einbringt, wo der Unternehmer an seine Grenzen stößt.

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Ist der Unternehmer zum Beispiel ein kreativer Kopf, profitiert er von einem Partner, der seine Stärken in nüchternen Bereichen wie Organisation und Verwaltung hat. Vielleicht ist der Unternehmer ein hervorragender Buchhalter, aber ein schlechter Verkäufer.

Dann ist er mit einem Partner, der verhandeln kann und den Vertrieb übernimmt, gut beraten. Einen Partner, der auf dem gleichen Gebiet Experte ist wie er selbst, braucht der Unternehmer nicht. Denn um das volle Potenzial auszuschöpfen, müssen unterschiedliche Stärken zusammenkommen.

  1. Kompromissbereitschaft

Der Unternehmer muss für sich selbst entscheiden, in welchem Umfang er bereit ist, Kompromisse einzugehen. Denn mit einem Partner an seiner Seite kann er Entscheidungen nicht mehr alleine treffen. Er muss sich abstimmen und wird oft große Schritte auf seinen Partner zugehen müssen.

Andererseits kann der Partner gerade bei weitreichenden Entscheidungen eine enorme Hilfe sein.

Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei und durch unterschiedliche Blickwinkel, Lösungsansätze und Erfahrungswerte kann der Partner womöglich auf Aspekte, Schwierigkeiten oder Risiken hinweisen, die der Unternehmer gar nicht auf dem Schirm hatte.

  1. Vision

Selbst der kompetenteste Partner bringt am Ende nichts, wenn er eine andere Vision hat als das Unternehmen. Es ist nicht möglich, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, wenn beide Partner unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft haben.

Wenn es dem Unternehmen nur darum geht, weitere Kompetenzen dazuzugewinnen oder die Arbeitsleistung zu steigern, ist es mitunter besser beraten, wenn es qualifiziertes Personal einstellt.

Braucht das Unternehmen kurzfristig Hilfe in sehr wenigen Bereichen, kann ein Unternehmensberater die bessere Lösung sein.

  1. Ziele

Neben der Vision sind auch die langfristigen Ziele des Unternehmens entscheidende Faktoren, wenn es darum geht, sich für einen Geschäftspartner zu entscheiden.

Wie soll sich das Unternehmen entwickeln? Sollen in absehbarer Zeit weitere Geschäftsbereiche, Standorte oder Tochterunternehmen dazukommen? Oder möchte der Unternehmer die Firma aufbauen, um sie dann möglichst lukrativ zu verkaufen?

Es ist wichtig, dass das Unternehmen klare Ziele vor Augen hat. Gleichzeitig sollte es seine Zukunftspläne von Anfang an offen kommunizieren. Denn die Fairness gebietet es, dass auch der Geschäftspartner von Anfang an weiß, woran er ist und wohin es gehen soll.

  1. Vertrauen

Einer der wichtigsten Punkte überhaupt bei der Entscheidung für oder gegen einen Geschäftspartner ist Vertrauen. Wenn die Chemie zwischen beiden Partnern nicht stimmt, kann eine gute Zusammenarbeit kaum funktionieren.

Natürlich müssen die beiden Partner nicht beste Freunde werden und auch privat viel Zeit miteinander verbringen. Aber sie müssen sich auf geschäftlicher Basis vertrauen und blind aufeinander verlassen können. Zumal es hier nicht nur um wirtschaftliche Interessen geht.

Ein Unternehmen hat auch eine Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. Und es ist niemandem geholfen, wenn die beiden Partner ein ungutes Gefühl haben, misstrauisch sind oder sich gar gegeneinander ausspielen.

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Isabella Dorant, 48 Jahre, Vertriebsleitung, Christian Kazinski, 42 Jahre, Vertriebsbeauftragter und Martin Pocher, 39 Jahre, Vertriebsberater im Außendienst, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Vertrieb, Marketing und der Vermarktung.

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