6 aktuelle Fragen zu Dropshipping

6 aktuelle Fragen zu Dropshipping

Der Aufschwung des E-Commerce in den vergangenen Jahren führte dazu, dass auch Geschäftsmodelle wie das Dropshipping zunehmend beliebter wurden. Während etablierte Händler auf diese Weise Lager- und Logistikkosten einsparen können, kann das Dropshipping für Gründer ein kostengünstiges Sprungbrett in die Selbstständigkeit sein.

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6 aktuelle Fragen zu Dropshipping

Doch was genau ist Dropshipping überhaupt? Wann lohnt sich das Geschäftsmodell? Worin liegen die Risiken? Und wie gelingt der Einstieg?

Wir beantworten sechs Fragen zu Dropshipping!:

  1. Was ist Dropshipping?

Beim Dropshipping, auch Fulfillment genannt, handelt es sich um ein Geschäftsmodell im Bereich des E-Commerce, bei dem ein Onlinehändler Ware verkauft, die er selbst nicht auf Lager hat. Die Ware, die ein Kunde bestellt hat, ordert der Onlinehändler bei einem Großhändler.

Der Großhändler übernimmt die komplette Abwicklung des Auftrags und schickt die Ware an den Kunden. Im Unterschied zum traditionell gestalteten Einzelhandel muss der Onlinehändler bei dieser Vertriebsform keine großen Investitionen tätigen und spart sich außerdem den Aufwand für die Lagerung und die Logistik.

Eine andere Variante ist das Dropshipping über ein sogenanntes Konsignationslager. Hier stellt der Großhändler in seinem Zentrallager einen exklusiven Bereich für den Onlinehändler zur Verfügung.

Weil die Bestände für den Onlinehändler reserviert sind, ist die Warenversorgung gesichert. Allerdings fallen dafür Zusatzkosten an.

  1. Ist Dropshipping zulässig?

Für das Dropshipping gelten die gleichen Regelungen wie für Einkäufe in einem Onlineshop. Folglich ist das Geschäftsmodell legal. Rechtliche Probleme können aber dann auftreten, wenn sich ein Onlinehändler nicht an bestimmte Vorschriften und Richtlinien hält.

Ein häufiger Stolperstein ergibt sich daraus, dass in Deutschland viele Produkte nur dann verkauft werden dürfen, wenn sie eine CE-Kennzeichnung haben. Um die Gewinnspanne zu erhöhen, arbeiten Händler im Rahmen von Dropshipping oft mit günstigen Lieferanten aus Asien zusammen.

Bei Ware aus Asien ist die CE-Kennzeichnung aber nur selten vorhanden. Doch fehlende oder gefälschte Kennzeichnungen können dem Händler rechtliche Konsequenzen und Schadensersatzforderungen einbringen.

Auch beim Dropshipping ist der Händler derjenige, der gegenüber dem Kunden für eine einwandfreie Produktqualität ohne Mängel, eine ordnungsgemäße Durchführung der Auftragsabwicklung und eine fristgerechte Lieferung haftet. Denn der Kunde schließt den Kaufvertrag mit dem Onlinehändler.

Sehr wichtig ist deshalb, den Dropshipping-Partner sorgfältig auszuwählen und die vertraglichen Rahmenbedingungen präzise festzulegen.

Vor allem mit Blick auf Regressansprüche kann die Zusammenarbeit mit einem Partner aus dem Nicht-EU-Ausland schwierig werden.

  1. Für wen lohnt sich Dropshipping?

Je nach Unternehmen kann das Dropshipping unterschiedlich ausgestaltet sein. Grundsätzlich bietet sich das Geschäftsmodell für Unternehmen an, die mit begrenztem Startkapital in den Versandhandel einsteigen oder einen neuen Marktzweig für sich erschließen möchten.

Anders als im Einzelhandel in der klassischen Form riskiert der Händler beim Dropshipping nicht, dass er auf seinem Wareneinsatz sitzenbleibt, wenn sich die Ware nicht verkauft oder nur schlecht läuft.

Außerdem muss er sich nicht um die Lagerung und die Logistik kümmern. Stattdessen kann sich der Händler komplett auf den Verkauf konzentrieren.

Besonders beliebt ist das Dropshipping beim Vertrieb von Produkten mit einer niedrigen Retourenquote und bei sperriger Ware wie zum Beispiel Möbeln und großen Elektrogeräten. Auch im stationären Handel gewinnt das Dropshipping zunehmend an Bedeutung.

Denn die Geschäfte können auf diese Weise ein deutlich umfangreicheres Sortiment anbieten, ohne dabei auf entsprechend große Verkaufs- und Lagerflächen angewiesen zu sein.

Eigentlich ist das Dropshipping auf den Verkauf und die Vermarktung von physischen Produkten ausgelegt. Doch in jüngerer Vergangenheit ist auch der Handel mit digitalen Produkten auf dem Vormarsch.

  1. Welche Risiken drohen beim Dropshipping?

Der Händler ist der Verkäufer der Ware und haftet entsprechend als Vertragspartner des Kunden. Ob er den Verkauf selbst abwickelt oder dies durch einen Dritten erfolgt, spielt dabei keine Rolle. Bekommt der Kunde ein mangelhaftes Produkt oder eine minderwertige Qualität, ist der Onlinehändler in der Verantwortung.

Gleiches gilt, wenn die Lieferfrist nicht eingehalten wird. Der Onlinehändler braucht fürs Dropshipping deshalb einen Partner, bei dem er sich darauf verlassen kann, dass einwandfreie Ware fristgerecht ausgeliefert wird.

Auf großen, namhaften Marktplätzen besteht die Gefahr, dass schlechte Serviceleistungen zu einer Herabstufung führen. Die Folge davon sind nicht nur deutliche Umsatzeinbußen.

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Vielmehr kann es im schlimmsten Fall passieren, dass der Händler vom Marktplatz ausgeschlossen wird.

Daneben muss gewährleistet sein, dass europäische Richtlinien wie die CE-Kennzeichnung, RoHS und REACH eingehalten werden. Andernfalls drohen Abmahnungen, Strafen und Schadensersatzforderungen.

  1. Was sind häufige Fehler beim Dropshipping?

Anfänger unterschätzen oft den Aufwand, der mit Dropshipping einhergeht. Im Unterschied zum konventionellen Handel übernehmen zwar Dritte den gesamten Versandprozess und die Abwicklung von Retouren. Trotzdem entspricht der Zeitaufwand beim Dropshipping einem Vollzeitjob.

Daneben schleichen sich oft diese Fehler ein:

  • Nachlässigkeit bei der Auswahl der Lieferanten

  • Schlecht ausgehandelte Konditionen beim Einkauf

  • Fehlende oder unzureichende Marktanalyse

  • Zu geringe oder nicht vorhandene Gewinnspanne infolge einer mangelhaften Kalkulation

Ein solider und langfristiger Erfolg im Dropshipping setzt qualitativ hochwertige Produkte und fristgerechte Lieferungen voraus. Beides vermittelt Seriosität, schafft Vertrauen und beschert dem Kunden ein Kauferlebnis, mit dem er zufrieden ist.

Bevor ein Händler in einen Markt einsteigt, sollte er sich deshalb entweder Produktproben zuschicken lassen oder sich die Ware, sofern möglich, vor Ort anschauen.

Ratsam ist außerdem, den Verkauf auf die Produkte zu begrenzen, mit denen sich der Händler auskennt. Auch das ist ein typischer Anfängerfehler. Um ein breitgefächertes Sortiment zu bieten oder ein Geschäft aufzubauen, verkaufen sie Produkte, über die sie nicht Bescheid wissen.

Doch ohne das notwendige Fachwissen gestaltet es sich schwer, Produkte überzeugend zu präsentieren, eine sinnvolle Produktpalette zusammenzustellen und Kundenfragen kompetent zu beantworten.

  1. Wie findet ein Unternehmen Produkte, die sich fürs Dropshipping eignen?

Vor allem in einem Markt mit großem Wettbewerb und starker Konkurrenz kann es anfangs schwierig sein, sich als Händler zu positionieren und hohe Verkaufszahlen zu erzielen.

An einer gründlichen Marktanalyse führt deshalb letztlich kaum ein Weg vorbei. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie ein Unternehmen den Markt analysieren und die Produkte aufspüren kann, die ein erfolgreiches Geschäft im Dropshipping versprechen.

Dropshipping-Software

Eine schnelle und einfache Lösung bietet der Einsatz einer Dropshipping-Software. Die Software ermöglicht, verkaufsstarke Produkte aus verschiedenen Marktsegmenten in den eigenen Shop zu integrieren.

Je nach Funktionsumfang einer Software kann der Onlinehändler seinen Shop außerdem individuell einstellen und anpassen, direkt in einen Marktplatz anbinden, mit Lieferdiensten verknüpfen und viele Abläufe sogar komplett automatisieren.

Nachteilig ist aber, dass die Marktanalyse oft nicht besonders präzise ausfällt. Außerdem sind viele Anwendungen in erster Linie mit asiatischen Großhändlern verbunden.

Verzeichnisse

Eine bewährte Methode, um ins Dropshipping einzusteigen, ist eine klassische Marktanalyse. Sie beginnt mit einer Keyword-Recherche in den Suchmaschinen. Hilfreich können zudem Verzeichnisse mit Dropshipping-Lieferanten sein.

Diese Datenbanken bündeln detaillierte Informationen über Produkte, Lieferanten und Nischen.

Analyse der Marktplätze

Produkte, die sich mittels Dropshipping gut verkaufen lassen, können auch durch eine Analyse der großen Online-Marktplätze aufgespürt werden.

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Denn hier kann der Onlinehändler präzise nachvollziehen, wie groß die Nachfrage nach einzelnen Produkten ist, wie das monatliche Such- und Kaufvolumen ausfällt und mit welcher Konkurrenz zu rechnen ist.

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Isabella Dorant, 48 Jahre Vertriebsleiterin und Autorin, Christian Kazinski - Vertriebsbeauftragter, Martin Pocher - Vertriebsberater im Außendienst, Christian Gülcan - Gründer & Unternehmer / Erfahrung in Vertriebsmanagement für Immobilien, Kosmetik, Custombikes und Güterwagenservices, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Vertrieb, Marketing und der Vermarktung von Produkten & Dienstleistungen.

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