Zeitschriften Vertrieb

Zeitschriften Vertrieb

 

Bei Zeitschriften handelt es sich um Printmedien, die in regelmäßigen Abständen in immer gleicher Form als geheftete oder gebundene Ausgaben erscheinen.

 

Grundsätzlich unterschieden wird dabei zwischen Publikums- und Fachzeitschriften:

 

1. Publikumszeitschriften unterteilen sich in General-Interest- und in Special-Interest-Zeitschriften.

General-Interest-Zeitschriften sind Zeitschriften wie beispielsweise Illustrierte, klassische und unterhaltende Zeitschriften für Frauen, Männer, Jugendliche oder Kinder, Programmzeitschriften oder Nachrichtenmagazine mit einem breiten Themenspektrum, die sich an weitgefächerte Leserkreise richten. Special-Interest-Zeitschriften konzentrieren sich auf bestimmte Themenbereiche, beispielsweise in Form von Film-, Rätsel-, Sport- oder Reisezeitschriften. 

 

2. Fachzeitschriften sind Zeitschriften mit wissenschaftlichem Charakter.

Sie beschäftigen sich mit einem deutlich eingegrenzten Fachgebiet und richten sich in erster Linie an Leser, die sich von Berufs wegen mit dem jeweiligen Themenbereich befassen. Fachzeitschriften sind die mit Abstand titelreichste Zeitschriftenart.

 

Neben diesen beiden Kategorien gibt es weitere Zeitschriftenarten wie beispielsweise Mitglieder-, Kunden- oder Mitarbeiterzeitschriften und auch elektronische Zeitschriften gehören in diesen Bereich.

 

Strategien und Konzepte im Zusammenhang mit dem Zeitschriften Vertrieb

 

Der Vertrieb von Zeitschriften gliedert sich im Wesentlichen in zwei Vertriebsformen, nämlich zum einen in den Einzelverkauf und zum anderen in den Abonnementverkauf. Dabei spielt das Konzept des Abonnementverkaufs vor allem im Zusammenhang mit Fachzeitschriften eine herausragende Rolle, denn rund 90 Prozent aller Fachzeitschriften werden über Abos verkauft. Im Gegensatz dazu liegt die Verkaufsquote von Publikumszeitschriften als Abonnement nur bei etwa 45 Prozent. 

 

Der Zeitschriften Vertrieb im Einzelverkauf:

Einzelverkauf bedeutet, dass der Kunde ein Exemplar einer Zeitschrift kauft, ohne dass wie bei einem Abonnement eine Abnahmeverpflichtung besteht. Das bedeutet, der Kunde entscheidet selbst, ob und wann er die Zeitschrift kauft.

Organisiert wird der Zeitschriften Vertrieb im Einzelverkauf über den Presse-Großhandel, den Presse-Einzelhandel, über Spezialverkaufsstellen und über den Bahnhofsbuchhandel:

 

  • Die mit Abstand wichtigste Vertriebsform stellt der Pressegroßhandel dar, der einen Marktanteil von rund 50 Prozent hat. Der Grossist stellt die Schnittstelle zwischen den Verlagen und dem Einzelhandel dar, denn er bezieht die Zeitschriften von den Verlagen und beliefert anschließend den Einzelhandel. Dabei ist jeder Grossist für ein Vertriebsgebiet zuständig und hat hier auch das Alleinauslieferungsrecht. Das bedeutet, die in dem Vertriebsgebiet tätigen Einzelhändler werden von nur einem Grossist beliefert, überregional oder bundesweit tätige Grossisten gibt es nicht. Ein Grossist unterliegt auf Basis des Dispositionsrechts den Weisungen der jeweiligen Verlage und ist dafür verantwortlich, dass diese Weisungen auch gegenüber dem Einzelhandel durchgesetzt werden. 
  • Der Presse-Einzelhandel wird von dem jeweils zuständigen Grossist beliefert. Der Einzelhandel verfügt allerdings nicht über ein Dospositionsrecht. Das bedeutet, er hat keinen Einfluss auf das Titelsortiment oder die Liefermenge, zudem besteht eine Preisbindung. Der Verlag legt die Preise fest und sowohl der Groß- als auch der Einzelhandel sind an diese Preisvorgaben gebunden.
  • Eine weitere mögliche Strategie für den Vertrieb ist der Absatz über Spezialverkaufsstellen. Anders als den Presse-Einzelhandel können Spezialverkaufsstellen auch direkt von den Verlagen beliefert werden, wenn der Grossist, der für diesen Vertriebsbereich zuständig ist, eine Belieferung ablehnt. Spezialverkaufsstellen sind Einzelhändler, deren Produktsortiment durch die Zeitschriften sinnvoll erweitert wird, beispielsweise Radsportzeitschriften in Fahrradfachgeschäften oder Tierzeitschriften in einem Zoofachgeschäft. 
  • Der Bahnhofsbuchhandel nimmt eine Sonderstellung im Zeitschriften Vertrieb ein. Buchhandlungen an Bahnhöfen und Flughäfen gehören zwar in den Bereich von Einzelhandelsunternehmen, werden jedoch ausschließlich und direkt von Verlagen beliefert.

 

Der Zeitschriften Vertrieb im Abonnementverkauf

Ein Abonnement liegt vor, wenn sich ein Käufer vertraglich dazu verpflichtet, eine Zeitschrift über einen bestimmten Zeitraum zu beziehen. Für den Abonnent ergibt sich der Vorteil, dass er die jeweilige Zeitschrift nach Hause geliefert bekommt und zudem meist von einem Preisvorteil oder einer Prämie profitiert.

Der mögliche Preisvorteil begründet sich darin, dass der Verlag durch ein Abo ein Instrument zur Verfügung hat, das ihm eine dauerhafte Kundenbindung ermöglicht und planerische sowie kalkulatorische Vorteile sichert. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Einzelhandels zu schützen, darf der Preisvorteil der abonnierten Zeitschrift gegenüber dem Einzelverkaufspreis allerdings nicht mehr als 15 Prozent betragen.

Im Zusammenhang mit dem Zeitschriften Vertrieb per Abonnement werden zwei Vertriebsformen unterschieden, und zwar das Verlagsabonnement und der Vertrieb über den WBZ.

 

  • Verlagsabonnement bedeutet, dass der Verlag das Abo selbst anbietet, den Vertrag also direkt mit dem Kunden schließt. Zustande kommen Verlagsabonnements in erster Linie durch Anzeigen in den Zeitschriften selbst, daneben nutzen Verlage aber auch Vertriebskanäle wie eigene Internetauftritte oder Beilagen in anderen Zeitschriften.

 

Im WBZ, dem werbenden Buch- und Zeitschriftenhandel, sah die Anleitung in erster Linie den Verkauf an der Haustür vor. Da diese Vertriebsform durch negative Meldungen über die sogenannten Drückerkolonnen jedoch in Verruf geriet und die Verkaufszahlen deutlich zurückgingen, setzt der WBZ heute vermehrt auch auf andere Vertriebswege. So erfolgt der Absatz hier über beispielsweise das Internet oder den Telefonverkauf und dabei meist in Form von Prämienabonnements.

Alles zum Thema Fachpresse, finden Sie auf www.deutsche-fachzeitschriften.de

 

Weiterführende Vertriebsprozesse und Vertriebsstrategien:

  • B2B Vertrieb
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  • Thema: Zeitschriften Vertrieb

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