Was ist ein Pop-Up Store? Teil 2

Was ist ein Pop-Up Store? Teil 2

Eine Geschäftsidee im stationären Handel ausprobieren, neue Produkte vorstellen, Kunden ein spannendes Einkaufserlebnis bieten, sich direktes Feedback einholen, kurzfristig Absatz generieren: Ein Pop-Up Store kann ein interessanter Vertriebsweg sein. Doch wie genau funktioniert das Konzept? In einem zweiteiligen Beitrag klären wir die wichtigen Fragen zum Thema. Dabei haben wir in Teil 1 beantwortet, was ein Pop-Up Store ist, auf welcher Strategie der Vertriebsweg beruht und für welche Branchen sich das Konzept eignet.

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Was ist ein Pop-Up Store Teil 2

Hier ist Teil 2!:

Welche Vorteile bietet ein Pop-Up Store?

Den Absatz anzukurbeln und den Umsatz kurzfristig zu steigern, ist ein Pluspunkt vom Pop-Up Store. Und natürlich ist es gut und wichtig, dass die Kasse klingelt. Aber der Umsatz ist nur ein Aspekt.

Ein Pop-Up Store macht es möglich, Kunden auf einer persönlichen Ebene zu erreichen und an das Unternehmen zu binden. Vom heimischen Sofa aus im Internet auf Shopping-Tour zu gehen, ist zweifelsohne bequem, spart Zeit und oft auch Geld.

Doch der virtuelle Einkauf kann ein persönliches Gespräch, den Service durch einen echten Menschen und das Einkaufserlebnis live vor Ort einfach nicht ersetzen.  Auch und gerade für etablierte Online-Shops bietet ein Pop-Up Store deshalb die Chance, neue Kunden zu gewinnen.

Beim Pop-Up Store kommt noch die bewährte Verkaufstaktik dazu, Kaufimpulse durch die künstlich erzeugte Knappheit zu setzen. Schließlich taucht das Ladengeschäft plötzlich auf und verschwindet schon kurze Zeit später wieder. Potenzielle Kunden sehen sich dadurch veranlasst, sich den Laden zumindest einmal anzuschauen.

Denn sie möchten ja nichts verpassen.  Ein Pop-Up Store kann daher den notwendigen Schub geben, wenn neue Produkte vorgestellt oder die Bekanntheit des Unternehmens generell gesteigert werden sollen.

Daneben kann ein Pop-Up Store genutzt werden, um herauszufinden, ob Nachfrage besteht. Bevor das Unternehmen viel Geld in eine neue Produktlinie oder Kollektion investiert, kann es zunächst zwei, drei Artikel davon in kleinerer Stückzahl im Pop-Up Store präsentieren.

Auf diese Weise kann es testen, wie die Produkte beim Publikum ankommen und ob sich genügend Käufer finden, die bereit sind, dafür Geld auszugeben. Denn am Ende hat das Unternehmen nichts davon, wenn Kunden die Ware zwar schön finden, sie aber nicht kaufen würden.

Außerdem ist ein Pop-Up Store ein optimaler Testlauf vor dem Schritt in den stationären Einzelhandel. Verkauft das Unternehmen seine Ware bisher nur online oder im Direktvertrieb, kann es im zeitlich befristeten Ladengeschäft ausprobieren, ob die Geschäftsidee funktioniert.

Ein Vorteil dabei ist, dass ein Pop-Up Store keine allzu großen Investitionen erfordert. Selbst wenn sich herausstellt, dass der stationäre Einzelhandel nicht die gewünschten Erfolge bringt, halten sich die Verluste in Grenzen.

Der zweite Vorteil ist, dass das Unternehmen ein direktes und ungefiltertes Feedback von potenziellen Kunden bekommt. Die Verkäufer vor Ort können beobachten, wie Kunden auf die Ware reagieren. Sie kommen ins Gespräch, können sich Meinungen einholen und Vorschläge einsammeln.

Nicht zuletzt kann ein Pop-Up Store die Kundenbindung stärken. Das Ladengeschäft ist zwar nur für einen begrenzten Zeitraum geöffnet. Doch das heißt nicht, dass es keine Regelmäßigkeit geben kann.

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Schlägt das Unternehmen seine Zelte in bestimmten Abständen oder jeweils saisonal auf, weckt das bei Kunden Vorfreude. Sie werden wiederkommen, um zu sehen, was das Unternehmen dieses Mal im Angebot hat.

Wie hoch sind die Kosten für einen Pop-Up Store?

Eine pauschale Antwort, wie teuer ein Pop-Up Store wird, lässt sich nicht geben. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu gehören zum Beispiel der Standort, die Größe der Ladenfläche, die Dauer, die Ausstattung und das benötigte Personal.

Grundsätzlich kann ein kleinerer Pop-Up Store, der kurzfristig geöffnet bleibt, aber schon ab ungefähr 1.500 Euro realisiert werden. Nach oben hin sind die Grenzen letztlich offen.

Worauf kommt es beim Standort für den Pop-Up Store an?

Ob in einer belebten Fußgängerzone, in einer ruhigeren Seitenstraße, mitten in einem Einkaufszentrum oder in einem Industriegebiet: Ein Pop-Up Store ist an den verschiedensten Orten denkbar.

Mit welchem Standort das Unternehmen am besten beraten ist, hängt von der Marke, den Produkten und der Zielgruppe ab.

Wichtige Überlegungen an dieser Stelle sind:

  • Welche Räumlichkeiten sind erforderlich? Muss es ein in sich geschlossener Laden sein oder würde auch ein Zelt, ein gemieteter Truck oder ein kleiner Verkaufsstand funktionieren?

  • Welche Ausstattung muss vor Ort vorhanden sein?

  • Gibt es genug Laufkundschaft? Oder ist der Standort so abgelegen, dass für den Pop-Up Store Werbung notwendig wäre?

  • Gehört die Laufkundschaft zur Zielgruppe?

  • Wie viel Budget steht zur Verfügung?

Allzu groß ist das Risiko aber unterm Strich nicht. Denn wenn sich herausstellt, dass der Pop-Up Store nicht läuft, kann er kurzfristig geschlossen werden und umziehen.

Werden sich Pop-Up Stores als Vertriebsweg langfristig durchsetzen?

Der Boom des Online-Handels stellt den stationären Einzelhandel einerseits vor eine gewaltige Herausforderung. Andererseits eröffnen sich gerade dadurch neue Chancen. Kunden möchten nicht mehr nur in riesigen, anonymen Geschäften massenweise abgefertigt werden oder im Internet auf Schnäppchenjagd gehen.

Vielen Kunden ist eine persönliche und individuelle Beratung wichtig. Sie wünschen sich ein angenehmes, spannendes oder außergewöhnliches Einkaufserlebnis. Kunden möchten wieder neue Dinge entdecken und etwas zu erzählen haben.

Pop-Up Stores kommen da gerade richtig. Denn sie haben das Potenzial, um die Lücken im Einzelhandelsmarketing zu schließen. Für ein Unternehmen sind die temporären Ladengeschäfte ein wirksames Instrument, um Ideen auszuprobieren, Daten zu sammeln, neue Kundengruppen zu erschließen und die Kundenbindung zu stärken.

Außerdem helfen Pop-Up Stores dabei, eine Marke bekannt zu machen, vor Ort Präsenz zu zeigen und den Absatz in Schwung zu bringen. Als ein Element innerhalb der gesamten Vertriebs- und Marketingstrategie dürften Pop-Up Stores deshalb, entgegen ihrer Grundidee, gekommen sein, um zu bleiben.

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Isabella Dorant, 48 Jahre, Vertriebsleitung, Christian Kazinski, 42 Jahre, Vertriebsbeauftragter und Martin Pocher, 39 Jahre, Vertriebsberater im Außendienst, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Anleitungen und Ratgeber zum Thema Vertrieb, Marketing und der Vermarktung.

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