Vertriebsvereinbarung Vorlage

Vertriebsvereinbarung Vorlage

Ein Unternehmen kann seine Produkte über Absatzmittler vertreiben. Die Basis für diese Zusammenarbeit bildet dann eine Vertriebsvereinbarung.

Der Vertrieb der eigenen Produkte oder Dienstleistungen kann auf viele verschiedene Arten organisiert werden. Der Direktvertrieb, der Onlinevertrieb oder der Multilevelvertrieb sind ein paar Beispiele für mögliche Vertriebsformen. Ebenfalls gängig und weit verbreitet ist der indirekte Vertrieb.

Beim indirekten Vertrieb kümmert sich das Unternehmen nicht selbst um den Vertrieb, sondern arbeitet mit Absatzmittlern zusammen. Als Vertriebspartner übernehmen die Absatzmittler in diesem Fall die Vertriebsaufgaben. Um die Rahmenbedingungen für die Vertriebsaktivitäten festzulegen und gleichzeitig Missverständnissen und Konflikten vorzubeugen, werden verbindliche Vertriebsvereinbarungen getroffen und in einem Vertriebspartnervertrag schriftlich fixiert.

 

Horizontale und vertikale Vertriebsvereinbarungen

Eine Vertriebsvereinbarung ist ein zulässiges Instrument, um die eigene Vertriebsstruktur zu organisieren. Wenn die Vertriebsvereinbarung so ausgestaltet ist, dass sie den Handel oder den Wettbewerb beeinträchtigen könnte, kann sie allerdings durch das deutsche oder das europäische Kartellrecht eingeschränkt sein. In diesem Zusammenhang wiederum spielt eine große Rolle, ob es sich um eine horizontale oder eine vertikale Vertriebsvereinbarung handelt.

· Eine horizontale Vertriebsvereinbarung liegt vor, wenn zwei Unternehmen der gleichen Handelsstufe zusammenarbeiten. Schließen also beispielsweise zwei konkurrierende Hersteller eine Vertriebsvereinbarung, handelt es sich um eine horizontale Vertriebsvereinbarung.

· Eine vertikale Vertriebsvereinbarung ist gegeben, wenn zwei Unternehmen verschiedener Handelsstufen zusammenarbeiten. Eine Vertriebsvereinbarung zwischen einem Hersteller und einem Händler beispielsweise ist eine vertikale Vertriebsvereinbarung.

Bei einer horizontalen Vertriebsvereinbarung darf der Marktanteil, den die beiden beteiligten Unternehmen zusammen erreichen, maximal fünf Prozent betragen. Außerdem dürfen die Produktion und der Vertrieb nicht eingeschränkt sein und die Preise nicht festgesetzt werden.

Insgesamt kommen horizontale Vertriebsvereinbarungen aber seltener vor. Deutlich häufiger sind vertikale Vertriebsvereinbarungen anzutreffen. Deshalb gelten hier auch umfangreichere und strengere Regeln. Die wichtigste Vorgabe in diesem Zusammenhang ist, dass der Marktanteil der beteiligten Unternehmen die 30-Prozent-Marke nicht überschreiten darf. Außerdem darf es keinerlei Absprachen geben, die spüren Einfluss auf den Wettbewerb oder den Handel haben könnten. Festpreise oder Produktionsbeschränkungen sind deshalb beispielsweise tabu.

 

Die wichtigsten Punkte einer Vertriebsvereinbarung

Entscheidet sich ein Unternehmen dazu, mit einem Absatzmittler zusammenzuarbeiten, wird die Vertriebsvereinbarung in aller Regel in Form eines schriftlichen Vertrags fixiert. Durch diesen Vertriebspartnervertrag sind die Rechte und Pflichten beider Seiten verbindlich geregelt. Missverständnisse und Unstimmigkeiten lassen sich so ausschließen und gleichzeitig die Weichen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit stellen.

Die konkreten Inhalte einer Vertriebsvereinbarung richten sich natürlich immer nach den beteiligten Unternehmen und den Produkten, die vertrieben werden sollen. Außerdem kommen meist branchenspezifische Besonderheiten dazu. Rechtliche Vorgaben müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollte eine Vertriebsvereinbarung aber immer folgende Inhalte umfassen:

· Angaben zu den beteiligten Unternehmen

· genaue Beschreibungen der Waren oder Dienstleistungen, die der Absatzmittler vertreiben soll

· präzise Angaben dazu, welche Aufgaben die beteiligten Unternehmen jeweils übernehmen

· Regelungen zum Gebietsschutz

· Vereinbarungen zur Kundenakquise, zu Marketingmaßnahmen und zur Vertragsgestaltung mit Neu- und Bestandskunden

· Regelungen zu allen Finanzthemen, beispielsweise mit Blick auf die Provisionsabrechnung, die Zahlungsfristen oder die Abrechnungsmodalitäten

· Vereinbarungen dazu, welche Vertriebsmaßnahmen und sonstigen Vorgänge einer Zustimmung des anderen Unternehmens bedürfen

· Regelungen für den Fall, dass es zu Unstimmigkeiten oder Konflikten kommen sollte

· Absprachen zu Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der Vertriebsmitarbeiter

· Vereinbarungen zur Vertragslaufzeit

· Kündigungsmodalitäten

Größere Unternehmen haben in aller Regel Juristen in ihren Reihen oder arbeiten mit Juristen zusammen, die sich um die Ausgestaltung von Verträgen kümmern. Ansonsten finden sich auch im Internet Vertragsmuster. Wichtig bei einer Vorlage ist aber immer, die Vertriebsvereinbarung so abzuwandeln und anzupassen, dass sie den beteiligten Unternehmen, den Produkten und den Anforderungen der Branche gerecht wird. Dass nicht gegen geltendes Recht verstoßen werden darf, versteht sich von selbst.

Übrigens: Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Vertriebspartnerschaft ist, dass sowohl das Unternehmen als auch der Absatzmittler von der Zusammenarbeit profitieren. Die Vertriebsvereinbarung sollte demnach so ausgestaltet sein, dass das Unternehmen und der Absatzmittler Erfolge erzielen können, die ohne den jeweils anderen so nicht zu erreichen wären.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Vertriebsvereinbarung Vorlage

Teilen:

Kommentar verfassen